Offener Brief an Landeshauptmann Durnwalder, an die Zivilgesellschaft & an alle um die Demokratie Besorgten!



Bozen, 5. April 2002

 

Wie vom Landespresseamt kundgetan, hat Landeshauptmann Durnwalder den Kärntner Landeshauptmann Haider nach Südtirol eingeladen. Durnwalder steht es frei, einzuladen, nach wem ihm der Sinn steht, er mag treffen, wen er will.

Wir denken allerdings, dass bei Durnwalders Gast aus Kärnten besondere Vorsicht geboten ist: Was, wenn sich der umstrittene Gast als Brandstifter entpuppt? Denn was vertritt er, wofür steht er? Haider vertritt eine minderheiten- und  ausländerInnenfeindliche Politik, deren Regierungsbeteiligung in Österreich zu Recht für Empörung, Erschrecken & Widerstand in ganz Europa gesorgt hat.

 

Sie, Herr LH Durnwalder, worüber werden Sie sich mit einem Herrn unterhalten, der in Kärnten regiert, wo Minderheitenrechte mit Füßen getreten werden? Wo eine diskriminierende 10%-Hürde jede Vertretung der slowenischen Minderheit im Landtag unmöglich macht? Ist es nicht offensichtlich genug geworden, dass eine Politik wie jene Haiders früher oder später allen Minderheiten an den Kragen will, seien es Sprachgruppen, AusländerInnen, sozial Schwachen?

 

Wir lehnen den Besuch Haiders aufs Entschiedenste ab. Dabei richtet  sich unser Protest & unsere entschlossene Ablehnung nicht allein gegen die Person Haiders, sondern überhaupt gegen den Vormarsch einer Politik des institutionalisierten  Rechtspopulismus in Europa. Beispiele hierfür sind die Regierungsbeteiligungen der FPÖ in Österreich, der Lega Nord & Alleanza Nazionale in Italien, die Einbindung rechtsextremer Kräfte in Dänemark & Portugal. Haider ist nur der schillerndste Exponent dieser Bewegung, die viel umfassender & gefährlicher ist, weil sie mit rassistischen Gesetzen die Fundamente der Demokratie angreift. Der Vorschlag von Bossi & Fini zur Neuregelung des Einwanderungsgesetzes in Italien ist ein erschreckendes Beispiel für diese Politik des institutionalisierten Rassismus, die MigrantInnen auf ihre bloße Arbeitskraft reduziert & ihre Menschrechte verneint. Diese Bewegung ist die Speerspitze einer europaweiten Politik, die den freien Güterverkehr vorantreibt & zugleich Europa in eine Festung verwandelt, die MigrantInnen abschiebt, ausschließt & ertrinken lässt. Eine Bewegung, die soziale Gruppen mit staatstragender Arroganz gegeneinander ausspielt & aufhetzt.

Gerade hier in Südtirol, wo die Erinnerung an die minderheitenfeindliche Gesinnung dieser Kräfte wach bleiben sollte, muss ihren VertreterInnen ablehnend begegnet werden.

 

Wissend, dass ein Sie entschlossener Verfechter demokratischer Grundwerte sind und Ihnen das friedliche Zusammenleben und das soziale Klima in Südtirol am Herzen liegt, fordern wir Sie, Herr LH Durnwalder auf,

 

# sich öffentlich von der diskriminierenden Minderheitenpolitik Jörg Haiders zu distanzieren,

# die rassistischen, ausländerInnenfeindlichen, antisemitischen und xenophoben Äußerungen von Jörg Haider klar und unmissverständlich zu verurteilen!

 

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Lettera aperta al presidente della giunta provinciale Durnwalder, alla società civile & tutti/e coloro che sono preoccupati/e per la democrazia!



Bolzano, 5 aprile 2002

 

Come ha reso noto l'ufficio stampa della provincia il presidente della giunta provinciale Durnwalder ha invitato il governatore della Carinzia Jörg Haider in Sudtirolo. Durnwalder è libero di incontrare & di invitare chi vuole, certo.

Ma noi siamo dell'idea che questa visita vada seguita con molta attenzione. Cosa succede se l'ospite di Durnwalder si rivela in realtà un politico filo-razzista & poco incline ad ascoltare opinioni politiche differenti dalle sue? Ma Haider chi & cosa rappresenta? Noi pensiamo che Haider rappresenti una politica xenofoba & di estrema destra: giustamente la partecipazione del suo partito al governo austriaco ha suscitato reazioni, preoccupazioni & diverse forme di resistenza da parte della società civile europea.

 

Lei, signor Durnwalder, di che cosa parlerà con il governatore della Carinzia, regione nella quale i diritti delle minoranze vengono negati & calpestati in continuazione? Dove una discriminante soglia del 10% impedisce alla minoranza slovena una qualsiasi rappresentanza nel consiglio provinciale? Non è abbastanza ovvio & manifesto per tutti/e che una politica come quella di Haider prima o poi minacci tutte le minoranze, si tratti di gruppi linguistici, immigrati/e, emarginati/e?

 

Noi ci opponiamo con fermezza alla visita di Haider in Sudtirolo. La nostra protesta non si limita a criticare solamente la figura di Haider come personaggio politico, ma tutto quel movimento di una destra populista istituzionalizzata che sta avanzando in Europa. Per citarne qualche esempio basta pensare alla coalizione Fpö-Övp in Austria, alla Lega Nord & Alleanza Nazionale in Italia ed il coinvolgimento delle forze di destra in Danimarca & Portogallo.

Haider è solamente uno degli esponenti più visibili di questo movimento più ampio & più pericoloso, perché mina i fondamenti della democrazia attraverso leggi razziste. Il decreto di legge Bossi-Fini è un esempio clamoroso di questa politica che riduce i migranti alla loro forza di lavoro & nega loro i diritti umani. Questo movimento è il baluardo di una politica europea che propugna la libera circolazione di merci ma nello stesso momento rende l'Europa una fortezza, dove extra-comunitari/e vengono espulsi & esclusi. Soprattutto in Sudtirolo, una politica che mira all'oppressione ed esclusione di minoranze, deve essere trattata come quello che è: un pericolo per la democrazia.

 

Sapendo che Lei è un fermo difensore dei valori democratici, che Le sta a cuore la convivenza pacifica in Sudtirolo Le chiediamo, signor Durnwalder,

 

# di prendere pubblicamente le distanze dalla politica discriminatoria di Jörg Haider nei confronti delle minoranze

# di condannare senza mezzi termini le esternazioni razziste & xenofobe di Jörg Haider!

 

 

 

sh.asus (südtiroler hochschülerInnen – associazione studenti/esse universitari/e sudtirolesi), junge grüne/giovani verdi, il ponte/die brücke, coordinamento nodo bz rete lilliput netzwerk)


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SH – mitleiderregende Argumente


Die freiheitliche Generalsekretärin Ulli Mair schreibt in einer Presseaussendung: „Die Südtiroler Hochschülerschaft hat sich mit ihrem offenen Brief nicht nur lächerlich gemacht, sondern sich selbst für jegliche Art der Glaubwürdigkeit disqualifiziert. Traurig, dass sich junge Studentenvertreter auf derart geistloses Niveau herablassen.“
Anstatt große Töne gegen einen demokratisch gewählten Volksvertreter zu spucken, sei es für die Hochschülerschaft ratsam und äußerst notwendig, sich doch einmal genau zu informieren, was es mit der Minderheitenpolitik in Kärnten auf sich hätte. Es sei mittlerweile schon soweit, dass Slowenenvertreter die Unwissenheit der Südtiroler in Sachen Kärntner Minderheitenpolitik müde belächeln.
„Wo waren die SH-Vertreter am vergangenen Freitag, als in Südtirol genau zu diesem Thema eine Podiumsdiskussion stattgefunden hat, an der die Betroffenen, auch Slowenen, aus erster Hand berichteten?“, ärgert sich die Generalsekretärin.
„Für mich sind die Äußerungen der SH einfach nur peinlich und mitleiderregend. Wie bescheuert müssen doch die Leute dort sein, die nur in ihrer eigenen Welt leben und an nichts anderes als an ihrer selbstgebastelten Wahrheit glauben? Sind diese Leute zu feige, sich an einen Tisch zu setzen und eine sachliche Diskussion zu führen?“, kritisiert Mair.
Es sei einfach ungeheuerlich, wie selbsternannte Slowenenverteidiger ständig mit denselben Pauschalurteilen um sich schmeißen. Diese wenig Ewig-Gestrigen bräuchten nicht zu glauben, dass sie mit dieser undemokratischen Haltung und völlig hirnlosen Stimmungs- und Meinungsmache für Südtiroler Studenten etwas Positives bewirken könnten oder für alle Studenten sprechen würden.
„Aber wenn mich nicht alles täuscht, war bzw. ist das noch nie ein Hauptanliegen der SH gewesen“, so die Generalsekretärin.
„Die ganzen Besuchs-Gegner des Kärntner Landeshauptmannes haben in Wahrheit nicht Angst vor Haider oder seiner Politik. Die Hauptfurcht liegt darin, dass die Südtiroler Freiheitlichen mit ihrer Politik hierzulande stärker werden könnten und endlich mit der jahrzehntelangen Vetternwirtschaft aufgeräumt werden könnte“, schließt Ulli Mair.