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bei der pressekonferenz am 20.10.2003 präsentierte der vorstand (andrea, matthias und david) den neuen skolast (*schnee von gestern*che storia*)und ein positionspapier zum thema bildung. des weiteren wurde auf das am 25.10.2003 stattfindende fest der sh.asus hingewiesen. dazu fanden sich im lungomare, einer neueröfNETTEN galerie neben der talstation des "jenesiener-bahnls", einige sh.asus-sympatisanten, skolast-schreiberlinge und freunde ein. neben dem ehemaligen partisanen ratschiller, waren auch die historiker steinacher und mezzalira, sowie die künstler rainer und kostner, anwesend.
Zweisprachigkeit als wirtschaftliche und soziale Chance.
Im Zuge eines immer offener werdenden Europas ist eine breitere und bessere Vermittlung der jeweils anderen Sprache für beide Sprachgruppen vorteilhaft. Nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht, sondern auch für den zwischenmenschlichen Kontakt.
Südtirol darf sich daher nicht hinter den Errungenschaften der Autonomie verstecken. Die Vorteile des Autonomiepakets sollten ausgebaut und genützt werden. Die Einrichtung einer zweisprachigen Oberschule gehört zu diesen Möglichkeiten. Die einzelnen deutsch- und italienischsprachigen Oberschule sollen natürlich weiterhin in ihrer jetzigen Form beibehalten werden. Eine zweisprachige Schule wäre als Zusatzangebot an die vielen gemischtsprachigen Familien gedacht, die es v.a. im städtischen Raum gibt. Es geht hier nicht um die Überrumpelung einer der beiden Sprachgruppen, sondern um eine sehr pragmatische Notwendigkeit, die von vielen Familien erwünscht wird. Wenn gelegentlich von Politikern die Gefahr eines sog. Dammbruch-Effekts beschworen wird, so handelt es sich doch schlussendlich nur um die Angst vor dem Erfolg eines solchen Schulmodells. Es ist absurd, einen solchen Erfolg als Argument für dessen Ablehnung zu benützen.
Das politische Klima hat sich in Südtirol in den letzten Jahren, auch dank einer pragmatischen Politik, vielfach gewandelt. Ein großer Teil der Einwohner wünscht sich ein friedliches Miteinander. Eine zweisprachige Schule wäre nicht nur ein geeigneter Ort für eine Annäherung, sondern auch die ideale Ausbildungsstätte für kommende Generationen.
Positionspapier
Eine breite und für alle gesicherte Bildungsmöglichkeit ist das Grundgerüst für eine offene Gesellschaft, die den Ansprüchen der Zukunft gerecht werden kann. Nur wenn alle BürgerInnen ungehindert Zugang zu gut organisierten Bildungsinstitutionen bekommen, kann Wohlstand und Sicherheit langfristig für alle garantiert werden. Nur ein Bildungssystem, das einer breiten Bevölkerungsschicht die Möglichkeit zu Information und Fortbildung gibt, kann den Bedürfnissen der Wirtschaft gerecht werden. Dies gilt nicht nur für wirtschaftlich sichere Zeiten, wie wir sie gerade durchleben, sondern ist zweifelsohne eine Versicherung für eventuelle magere Jahre.
Bildung ist Kapital. Und als solche erfordert sie Investitionen.
Da diese Investitionen ausschließlich aus Steuergelder getätigt werden, darf Bildung nicht zur Ware verkommen, die nur einer begüterten Gesellschaftsschicht zusteht. Liberalisierungstendenzen, wie sie für die Universität Bozen angekündigt wurden, müssen im Sinne der Bevölkerung unterbunden werden. Die Pläne des ehemaligen Rektors Steinherr, die Studiengebühren bis zu 10.000 € pro Jahr anzuheben, sind dabei nur die Spitze des Eisbergs. Insofern auch paradox, da BürgerInnen dafür zahlen müssen, eine Einrichtung zu besuchen, die sie bereits selbst bezahlt haben.
Forschungsinstitutionen müssen auch frei und unabhängig Forschung und Lehre betreiben können, ohne parteipolitischen Angriffen ausgesetzt zu sein, wie dies in der Vergangenheit im Falle der EURAC geschehen ist.
Auch muss der Zugang für SüdtirolerInnen an in- und ausländischen Universitäten weiterhin möglich sein, unabhängig von der sozialen Herkunft. Zum Wohle der Gemeinschaft, soll/muss jede(r) auch weiterhin in den Genuss einer akademischen Ausbildung kommen können.
Bildung im Allgemeinen spielt weiterhin eine große emanzipatorische und aufklärerische Rolle, die Menschen zu mündigen BürgerInnen macht, die selbst ihr Recht auf Mitbestimmung in Anspruch nehmen. Die politische und soziale Verantwortung des Einzelnen kann nur durch einen qualitativ wertvollen Bildungsweg erreicht werden. Von der Grund- bis zur Oberschule steht der Ausbildung junger Menschen daher oberste Priorität zu.