Am vergangenen Freitag fand am Sitz der Südtiroler HochschülerInnenschaft (sh.asus) ein von der AG „Recht auf Hochschulbildung“ veranstalteter Workshop zur Überarbeitung der Vergabe der Leistungsstipendien statt, die heuer zum zweiten Mal vergeben wurden. Wurden die Studienrichtungen im ersten Jahr noch in sogenannte Schwierigkeitskategorien (schwer, mittel, leicht) eingeteilt, so bewertete man heuer alle Studien gleich.
Die Analyse der Ergebnisse ergab zweierlei: Während im vorigen Jahr die große Mehrheit der Leistungsstipendien an Studienrichtungen, die als „schwierig“ eingestuft waren gingen, kann man heuer eine insgesamt ausgewogenere Verteilung beobachten. Studierende der Humanmedizin haben – entgegen geäußerter Befürchtungen – relativ viele Leistungsstipendien erhalten.
Auch in diesem Jahr hatten wesentlich mehr Studierende die Kriterien erfüllt – mindestens 40 ECTS und einen Notenschnitt von 27/30 bzw. 1,5 – als die 350 die ein Leistungsstipendium erhalten haben.
Die TeilnehmerInnen des Workshops waren sich darüber einig, dass der Vergabemodus in einem mehrjährigen Prozess stetig verbessert werden muss, um schlussendlich allen Studierenden eine faire Chance auf ein Leistungsstipendium zu geben. Dies setzt eine kontinuierliche, gleichberechtigte Zusammenarbeit zwischen der Politik, dem Amt für Hochschulförderung und den Studierenden voraus.
In einer intensiven Diskussion kristallisierten sich die notwendigsten Verbesserungsmaßnahmen heraus: Der Sonderstatus der „Freien Uni Bozen“ führte in diesem Jahr zur Anhäufung eines beträchtlichen Anteils der Leistungsstipendien auf die Fakultät für Bildungswissenschaften in Brixen. Deshalb sollte für die Uni Bozen ein eigener Wettbewerb getrennt vom restlichen Italien erstellt werden. Die Erarbeitung der Kriterien soll dann einer Arbeitsgruppe, bestehend aus VertreterInnen des Amtes, der Unileitung und der Studentenvertretung, anvertraut werden.
Derzeit werden alle Studienrichtungen in einen Topf geworfen und so z.B. ein Medizin- mit einem Pädagogikstudium verglichen. Es ist augenscheinlich, dass hierfür keine objektiven Kriterien gefunden werden können und somit zwangsweise entweder die eine oder die andere Studienrichtung benachteiligt wird. Deshalb fordert die Arbeitsgruppe eine Proporzlösung, bei der den verschiedenen Bereichen (wie z.B. Natur-, Geistes- oder Wirtschaftswissenschaften) eine im Verhältnis zu den Studierendenzahlen definierte Anzahl von Leistungsstipendien reserviert wird. Dies hätte den Vorteil, dass so in Zukunft nur mehr Studien innerhalb eines homogenen Bereiches miteinander verglichen werden.
Eine Kerngruppe wurde beauftragt in den kommenden Wochen und Monaten die Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen zu intensivieren, damit die Interessen der Studierenden in der nächsten Leistungsstipendienausschreibung angemessen berücksichtigt werden.
.
![]() |